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Max Ratgeber

Windjacke vs. Windstopper

Der Herbst ist da und kurz/kurz ist vorbei – jetzt muss also Wärmeres her. Doch wie trotzt man der Kälte am besten? Ich habe den Test gemacht: Klassiker gegen High-Tech – Windjacke gegen Windstopper-Trikot.

ENTHÄLT EINE UNBEZAHLTE PRODUKTPLATZIERUNG

„Was ziehe ich bloß an?“

Der lange Spätsommer hat die Saison noch einmal ordentlich verlängert – wann konnte man das letzte Mal im Oktober mit kurzem Trikot und kurzer Hose radeln und kam trotzdem noch ins Schwitzen? Seit knapp zwei Wochen ist es nun also endgültig vorbei mit dem Sommer. Doch genau so plötzlich wie der Herbst kam die Frage: Was ziehe ich jetzt an? Ich persönlich finde es bei solchen Temperaturen immer sehr schwer, vor einer Tour richtig abschätzen zu können, wie viel Stoff auf die Haut soll. Zu Beginn reichen sicherlich noch Arm- und Beinlinge, doch auch diese Helfer kamen dem Wetterumschwung nicht schnell genug hinterher. Also stellt sich die große Frage: Kann ich mein Outfit effektiv erweitern? Und wenn ja, wie? Oder soll lieber etwas ganz neues her?

Schicht um Schicht zur Zwiebel

Der Klassiker, den ich auch auf der USA-Tour immer angewandt habe, ist das Zwiebel-Prinzip. Die Grundlage bildet eigentlich immer das normale Sommer-Outfit, das dann mit fallenden Temperaturen durch Arm- und Beinlinge ergänzt wird. Und jetzt beginnt man einfach, zu schichten: Unter das Trikot passt noch ein (mehr oder weniger) luftdurchlässiges Sport-Shirt, dass immerhin etwas Wärme am Körper hält. Etwas dickere Winter-Socken helfen, die Zehen nicht zu schnell auskühlen zu lassen. Mit dieser Kombination kann man immer noch gut bis etwa 15 °C bis 10 °C unterwegs sein – je nach Tempo. Wird es allerdings noch kühler oder auch feuchter, müssen mehr Schichten her: Zum Beispiel in Form einer Jacke. Bei den aktuellen Herbst-Temperaturen greife ich dann eigentlich immer zur Windjacke, die den kalten Fahrtwind und Nieselregen gar nicht erst an den Körper lässt. Auch Überschuhe wirken wahre Wunder, denn sie halten Wind und Feuchtigkeit ebenso gut ab.

Das Zwiebel-Outfit: Unter der Windjacke befinden sich noch ein normales Trikot, Arm- und Beinlinge, Sport-Shirt und Netz-Unterhemd. Hand- und Überschuhe halten Kälte und Feuchtigkeit ab und schützen Finger und Zehen vor dem Erfrieren. Der Hals bleibt dank Buff-Tuch warm.

Trikot statt zwei Schichten

Doch es geht tatsächlich auch einfacher und mit weniger Schichten: Von der spanischen Bekleidungs-Firma etxeondo, die die Windstopper-Technik von Gore benutzen, wurde uns zum Ausprobieren ein winddichtes Trikot zur Verfügung gestellt – das „WS Team Edition Jacket„. Ich selbst habe zwar schon oft von der Technik dahinter gehört, war aber trotzdem sehr gespannt, ob man jetzt tatsächlich mit einem simplen Trikot auf die zuverlässige Windjacke verzichten kann. Die Bedingungen zum Ausprobieren waren letzte Woche ideal. Es war kühl, feucht und schön herbstlich. Am Montag ging es daher auf eine größere Runde mit dem klassischen Herbst-Outfit – die Vergleichsfahrt folgte soeben. Und direkt vorweg: Die Windjacke lässt sich definitiv ersetzen.

Test 1: Unterwegs mit Windjacke

Doch erst noch einmal ein Blick zurück auf mein klassisches Herbst-Outfit. Am Montag lagen die Temperaturen bei etwa 5 bis 10 °C, es war grau in grau und die Straßen teilweise noch Feucht vom Regen am Vortag. Ab und an kam aber sogar die Sonne heraus. Und dann zeigten sich direkt zwei große Vorteile der Windjacke: Einerseits ist meine schwarz und wärmte bei Sonnenlicht schön den Körper auf, andererseits würde sie sich jetzt auch schnell in der Trikot-Tasche verstauen lassen. Dafür war es während der Test-Fahrt dann aber doch zu kalt. Wobei: Besonders nach Anstiegen oder kurzen Sprints machte sich bemerkbar, dass die Wärme vom Körper nicht so schnell entweichen konnte – es wurde dann also an einigen Stellen leicht feucht am Trikot oder Unterhemd. Das ist besonders dann nicht so komfortabel, wenn ein kühlender Abstieg folgt, der diese Stellen dann besonders gut kühlt. Ansonsten hat meine Shimano-Windjacke leider nur eine kleine Tasche am Rücken – alles weitere bleibt im Trikot. Will man jetzt schnell an einen Energieriegel oder das Handy, muss die Jacke erst hochgekrämpelt oder ausgezogen werden. Abgesehen davon hat die Jacke mal wieder ihren vollen Dienst getan: Ich kam nicht unterkühlt zu Hause an.

Das Windstopper-Outfit: Unter dem Trikot sind nur noch ein Sport-Shirt und das Netz-Unterhemd.

Test 2: Nur im Trikot gegen die Kälte

Schon das Anziehen des Windstopper-Trikots war aufregend: Passt alles? Wie fühlt es sich an? Der Stoff war zwar etwas dicker als der eines normalen Sommer-Trikots, doch das machte es nicht unbequem. Auffallend waren die längeren Ärmel und der stark verlängerte Rücken, der den Hintern so besonders gut vor nassen Spritzern schützt. Ebenfalls gut gelöst: Der Reißverschluss macht nicht nur einen robusten Eindruck, sondern verschwindet am Kragen in einer Lasche, so dass er nicht mit dem Hals in Berührung kommt. Unter das Trikot habe ich dann nur das Netz-Unternehmd und das Sport-Shirt angezogen, dazu dann normale Arm- und Beinlinge. Es gibt nämlich auch tatsächlich Windstopper-Armlinge – doch zuerst galt dieser Test jetzt dem Trikot. Direkt nach einigen Metern merkte ich bereits einen Unterschied zwischen den Armen und dem restlichen Oberkörper: Der Fahrtwind kam durch die Armlinge durch und kühlte dort gut, während ich sonst nichts vom Wind spürte.

Nur spontanes Ausziehen geht nicht

Auch während der Fahrt änderte sich das nicht – natürlich abgesehen davon, dass meine Arme unter den Armlingen dann auch irgendwann warm wurden. Vor Zossen folgte ein etwas längerer Anstieg und ich war gespannt, ob ich gleich auch unter dem Trikot schwitzen würde – doch das hat tatsächlich sehr gut geatmet und mich auch bei der folgenden Abfahrt nicht abkühlen lassen. An dieser Stelle war ich schon leicht beeindruckt. Die restlichen Kilometer der Tour konnte ich ebenso gut gewärmt genießen. Eine Windjacke über dem Trikot habe ich mir zu keinem Zeitpunkt gewünscht. Dafür ergab sich ein anderes Problem, als sich die Sonne kurz zeigte: Jetzt wurde es doch kurzfristig wärmer, doch an Ausziehen war nicht zu denken – dazu fehlte es an der zusätzlichen Schicht. Doch da sich die Sonne heute eh nur kurz zeigte, war auch das Problem schnell wieder erledigt.

Fazit

Ich bin sehr überrascht, dass man dank des High-Tech-Materials tatsächlich auch bei diesen Temperaturen nur mit einem Trikot rausfahren kann. Auf den nächsten Touren wird das Windstopper-Trikot definitiv wieder zum Einsatz kommen. Bei wechselhafterem Wetter geht’s dann aus Flexibilität aber wieder zurück zum Zwiebelprinzip. Und sobald es noch kälter wird, müssen eh andere Geschütze aufgefahren werden – aber dazu dann mehr, wenn es soweit ist.

Dieser Artikel beinhaltet eine nicht bezahlte Produkt-Platzierung von etxeondo.

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