Endlich lange Hosen

Grau und kalt: Im Gegensatz zum sonnigen Tag gestern war das Wetter heute sehr trüb

Der Nebel über San Francisco verschwand heute erst recht spät und es blieb tagsüber kalt und grau

An meinem letzten Tag in San Francisco zeigte sich die Stadt noch einmal von ihrer wahren Seite: Es war kalt und grau. Zum Glück habe ich endlich lange Hosen gefunden.

Grau in grau

In den letzten beiden Tagen hatte mich das Wetter in San Francisco ziemlich verwöhnt, wie ich heute festgestellt habe: Es war zwar, verglichen mit San José, deutlich kühler – aber doch sehr angenehm mit der vielen Sonne. So zog ich mir gestern sogar einen leichten Sonnenbrand zu. Zur Sicherheit cremte ich mich heute also wieder ein – doch das hätte ich direkt lassen können. Statt vor der Tür des Hostels von der Sonne begrüßt zu werden, empfingen mich nur Nebel und die kühle, feuchte Luft.

Schnelles Shopping

Das passte natürlich noch mehr zu meinem Plan für heute: Endlich eine passende Hose finden. Und eigentlich war ich schon ziemlich zielgerichtet. Bei „Uniqlo“ hatte ich gestern schon was Passendes entdeckt, nur nicht in meiner Größe. Nachdem ich mein Gepäck im Hostel zum Aufbewahren abgegeben und bei Starbucks dann darauf gewartet habe, dass die Läden endlich öffnen, ging es direkt zu dem japanischen Klamottenladen. Eine Chino hatte ich ziemlich schnell gefunden – endlich etwas Preiswertes und trotzdem passte alles. Gestern hatten die meisten Hosen den Schritt so tief sitzen.

 

Schon besser: Nach der Shoppingtour war der Nebel am Nachmittag wieder verflogen

Schon besser: Nach der Shoppingtour war der Nebel am Nachmittag wieder verflogen

 

Die behalte ich gleich an

Doch eine Jeans gab es leider nicht mehr in meiner Länge. Also begab ich mich auf ein kleines Abenteuer und verließ den Union Square mit der Metro in Richtung Westküste der Stadt. Dort gab es ein weiteres „Uniqlo“ in einem kleinen Einkaufszentrum. Und ich hatte tatsächlich Glück. Jetzt war es erst Mittags und meine Mission schon abgeschlossen. Ich schlenderte also noch ein wenig durchs Einkaufszentrum und den benachbarten „Trader Joe’s“ – der definitiv einer meiner Lieblingsläden hier in den USA ist (wenn es doch nur nicht so teuer wäre) – ehe ich mich wieder auf den Rückweg ins Financial District machte. Und zwar direkt mit langer Hose.

Endlich Sonne

Hier genoss ich noch ein wenig die Zeit am Ferry Building, guckte mir den Markt jetzt auch einmal im geöffneten Status an und flanierte noch etwas am Wasser entlang. Mittlerweile kam die Sonne auch wieder hervor und wärmte die Luft wieder etwas auf. Doch es blieb kühl und ich war weiterhin froh, dass meine Beine nun dank langer Hose nicht mehr frieren mussten. Übrigens war es ein fantastisches Gefühl, endlich wieder eine lange Hose zu tragen – für mich das erste Mal seit zweieinhalb Monaten! Zuvor hatte ich immer nur meine kurze Hose. In Cleveland, Chicago oder in den Rockies war es damit teilweise ganz schön kalt an den Beinen.

 

Dank Lücke in der Zwischendecke des Doppelstockwagens blieb das Rad immer im Blick

Dank Lücke in der Zwischendecke des Doppelstockwagens blieb das Rad immer im Blick

Mit dem CalTrain zurück

Am Nachmittag machte ich mich auf den Weg zurück zum Hostel, um mein Rad und mein Gepäck abzuholen. Dann rollte ich auch schon in Richtung San Francisco Station, die nicht weit entfernt lag. Hier musste ich erst einmal einen Überblick bekommen, denn anscheinend hat hier jeder „CalTrain“-Zug sein eigenes Gleis – der Zug um 16:18 fährt also immer vom selben Bahnsteig ab. Also rein in den Fahrradwagon, der mich an die modernisierten REs in Berlin und Brandenburg erinnert: Auch die haben mittlerweile einen ganzen Wagen nur für Fahrräder. In der unteren Etage gab es entsprechend keine Sitze mehr und man konnte sein Rad an der Wand befestigen. Dann ging ich nach oben, von wo ich trotzdem mein Rad im Blick hatte: Dank Lücke im Boden. Sehr cool!

Nichts, was man nicht auf dem Rad transportieren kann

Nichts, was man nicht auf dem Rad transportieren kann

Männer-Shopping im Baumarkt

Die Fahrt in Richtung San José verlief dann sehr schnell. Glücklicherweise hatte ich einen „Limited“-Service erwischt, der nicht an allen Haltestellen anhält. Am Zielort galt es dann, die Straßenbahnhaltestelle zu finden. Die fand ich auch, aber in welche Richtung muss ich fahren? Auch die Netzpläne und Google Maps halfen mir nicht wirklich. Am Ende vertraute ich meinem Bauchgefühl und lag richtig. Einen Umstieg und eine weitere Fahrt später war ich bereits in Almaden, wo ich mich dann auf den Sattel setzte. Zuerst ging es zu „Five Guys“ – ein letztes Mal den Burger dort genießen – und anschließend zum „Home Depot“, einem Baumarkt. Hier besorgte ich mir noch Isolations-Röhren, mit denen ich das Rad für den Rückflug gut verpacken will. Es muss sehr interessant ausgesehen haben, als ich dann mit den drei Röhren über einen schönen Fahrradweg noch die restlichen Kilometer zurückgefahren bin.