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Bergtraining in Berlin: Der Forst Düppel

Wer in Berlin Höhenmeter machen will, fährt meist im Grunewald oder am Müggelberg. Doch es gibt noch weitere versteckte Anstiege: Zum Beispiel im Düppeler Forst, gar nicht weit von der Havelchaussee.

Im Mai 2019 habe ich in diesem Artikel bereits einmal aufgezeigt, dass man mit den Anstiegen im Grunewald oder am kleinen und großen Müggelberg schon ganz gut Bergtraining in Berlin machen kann. Doch gerade bei Intervalltraining werden die immer gleichen Hügel auf die Dauer langweilig. Im letzten Jahr habe ich mich noch einmal auf die Suche nach weiteren Anstiegen gemacht und bin im Forst Düppel auf eine Mini-Variante der Havelchaussee, den Schäferberg und den knackigen Anstieg an der Moorlake gestoßen.

Der bekannteste: Der Schäferberg

Die Auffahrt auf den Schäferberg teilt man sich leider mit der B1 – dafür gibt’s eine breite Radspur und bestmöglichen Belag

Wer von der Havelchausse oder Zehlendorf kommend in Richtung Potsdam unterwegs ist, folgt meist der B1 und muss damit unweigerlich über einen markanten Anstieg: Den Schäferberg. Die Lage direkt an der Hauptstraße mag aufgrund des hohen Autoverkehrs ein großer Nachteil sein, bringt aber auch gleichzeitig einen der größten Vorteile mit: Einen wunderbaren Straßenbelag. Dazu führt der Radweg in beide Richtungen direkt auf der Straße auf einem abgetrennten Radstreifen den Berg hoch und wieder herunter – die meisten Autos bleiben also auf Abstand.

Mit durchschnittlich 2,7 % (von Berlin) bzw. 3 % Steigung (von Potsdam) auf knapp zwei Kilometern ist der Schäferberg gleichzeitig der flachste Anstieg im Düppeler Forst. Allerdings lassen sich auf der langen Strecke trotzdem beachtliche Höhenmeter sammeln: Auf der Fahrt von Berlin nach Potsdam sind es 39, fährt man vom “Seelevel” an der Glienicker Brücke zurück nach Berlin sogar 44.

Die kleine Havelchaussee: Die Stolper Berge

Auch unter der Woche trifft man den ein oder anderen Radfahrer beim Bergtraining in den Stolper Bergen

Wer es deutlich ruhiger haben möchte, muss nur einmal abbiegen. Über den Nikolskoer Weg und die Pfaueninselchaussee lässt sich so eine Runde bauen, die in beide Richtungen ordentlich bergauf und bergab geht. Besonders der Nikolskoer weg kommt mit ein paar steilen Stellen daher. Dieser ist allerdings auch für den Autoverkehr geöffnet, hier muss man also trotzdem immer noch etwas aufpassen – besonders an den Einfahrten zu den Parkplätzen oder Gasthöfen. Die Pfaueninselchaussee darf dagegen neben Radfahrern nur von Bussen befahren werden – auch hier gibt’s die Chance auf Begegnungen mit den historischen Doppeldeckern des Vereins “Traditionsbus Berlin”.

Das steilste Stück bietet der Nikolskoer Weg mit bis zu 9,2 % direkt am Anfang auf einem recht kurzen Abschnitt, wenn man von der Königstraße abbiegt. Bei durchschnittlich 5,2 % Steigung kommt man hier auf nur 500 Metern auf immerhin 27 Höhenmeter. Höher geht’s in die andere Richtung: Auf dem eher welligen Anstieg kommt man auf sogar 47 Höhenmeter bei nur durchschnittlich 3 Prozent Steigung. Im Maximum zeigte das Garmin hier 7,6 Prozent an. Vergleichsweise flach ist die Pfaueninselchaussee: Mit jeweils nur 26 bzw. 30 Höhenmetern auf den bis zu 1,4 Kilometer langen Anstiegen kommt man hier im Schnitt auf 2,2 bis 2,5 % Steigung.

Während der Straßenbelag auf dem Nikolskoer Weg übrigens aktuell in einem ausgesprochen guten Zustand ist, finden sich auf der Pfaueninselchaussee leider ein paar Schlaglöcher, unebene Stellen und Betonplatten, die sich mit dem Rennrad und etwas Vorsicht aber trotzdem gut befahren lässt.

Der versteckte Geheimtipp: Die Moorlake

Einsam, knackig und steil: Die Moorlake ist der perfekte Anstieg für das Bergtraining im Forst Düppel

Wer kurz verschnaufen will und sich dafür den Gasthaus Moorlake ausgesucht hat, der direkt an der gleichnamigen Bucht an der Havel liegt, wird auf dem Weg zurück zum Nikolskoer Weg vor einer Wand stehen: Auf diesem Abzweig versteckt sich der steilste Anstieg in den Stolper Bergen. Mit 11,6 % im steilsten Stück geht der Moorlakeweg ordentlich in die Beine. Zum Glück werden einem auf der Straße keine weiteren Hürden gestellt: Wie der Nikolskoer Weg ist dieser in einem ausgesprochen guten Zustand.

Fährt man von der Moorlake zurück zum Nikolskoer Weg und dort noch bis zum höchsten Punkt weiter, ergibt sich so insgesamt ein ziemlich genau ein Kilometer langer Anstieg, auf dem sich 50 Höhenmeter zurücklegen lassen. Das ist bisher mein Berliner Rekord! Im Schnitt kommt man hier dann auf 5 % Steigung. Mehr Höhenmeter an einem Stück kann man sonst nur am Anstieg zum großen Müggelberg machen, wenn man die Anfahrt mitnimmt – das macht ihn dann aber auch doppelt so lang. Auch an der Moorlake gilt: Klarer Everesting-Tipp.

Der direkte Vergleich

Schäferberg
Richtung Potsdam
Schäferberg
Richtung Wannsee
Pfaueninselchaussee
Richtung Pfaueninsel
Pfaueninselchaussee
Richtung Königstraße
Durchschnittliche Steigung2,0 %2,2 %2,5 %2,2 %
Maximale Steigung2,7 %3,0 %3,4 %3,8 %
Länge1.900 m2.000 m1.000 m1.400 m
Höhenmeter39 Hm44 Hm26 Hm30 Hm
StreckeKomootKomootKomootKomoot
Nikolskoer Weg
Richtung Pfaueninsel
Nikolskoer Weg
Richtung Königstraße
MoorlakeMoorlake inkl.
Stück Nikolskoer Weg
Durchschnittliche Steigung5,2 %3,0 %7,3 %5,4 %
Maximale Steigung9,2 %7,6 %11,6 %11,6 %
Länge500 m1.500 m400 m800 m
Höhenmeter27 Hm47 Hm35 Hm50 Hm
StreckeKomootKomootKomootKomoot
Datenquellen: Eigene Messung (gemittelte Werte aus mehreren Anstiegen an verschiedenen Tagen), Auswertung über Strava.

Fazit

Natur pur: Beim Schießen der Fotos für diesen Beitrag bekam ich noch Besuch von einem Fuchs, der das Rennrad besonders interessant fand

Natürlich ersetzen auch die Stolper Berge nicht die Alpen, aber sie sind eine schöne Erweiterung für das Training im Grunewald. Direkt um die Ecke gelegen bieten sie mit den Straßen zur Pfaueninsel wunderbar ruhige Strecken, die sich recht einfach in die Tour Richtung Westen integrieren lassen und die noch einmal gut Höhenmeter aufs Tacho zaubern. Aber auch für das Intervalltraining bietet sich zum Beispiel der Anstieg von der Moorlake sehr an.

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