Fehlstart ins neue Jahr

Selbst ist der Mann: Tape im schicken Dr.Oste-Blau (Achtung, nicht rasierte Beine im Bild!)

Kaum war das letzte Jahr mit einem neuen Kilometer-Rekord abgeschlossen, sollte es mit gleichem Elan ins neue gehen. Doch mein Knie machte mir einen Strich durch die Rechnung.

Wer mir auf Strava folgt, wird vielleicht gesehen haben, dass ich seit dem Jahreswechsel so gut wie keine Ausfahrten getätigt habe. Das liegt allerdings nicht etwa an einem zu engen Zeitplan in der Uni oder an einer eingelegten Winterpause – wobei sowohl Uni als auch Winter die ersten Wochen nicht besonders entgegenkommend waren. Schuld ist das linke Knie. Das hat mir seit Weihnachten solche Schmerzen bereitet, dass es bei ein paar Test-Ausfahrten bleiben musste – auf denen ich dann immer wieder ernüchternd feststellen musste, dass sich nichts bessert. Will der Körper nicht mehr, war das letzte Jahr zu viel?

Selbst Treppen wurden zur Qual

Das Leid begann in den Weihnachtsferien, als ich auf Heimaturlaub bei den Eltern war. Nach einigen anstrengenden ersten Wochen als Erstie in der Uni wollte ich endlich mal wieder die freie Zeit für ein paar Ausfahrten nutzen. Es war zwar kalt, doch mit langer Hose war das alles kein Problem. Also Papas Rennrad geschnappt und losgedüst. Und da war er plötzlich: Dieser stechende Schmerz seitlich im Knie. Zuerst dachte ich an Überreizung nach der langen Pause, schonte mich etwas und probierte es dann erneut, auch mit einem komplett neu eingestelltem Rad. Doch die Schmerzen blieben.

Toll, wenn man mal in sein Knie reingucken kann. Erkannt habe ich allerdings nicht viel

Therapie-Tipps aus dem Netz und Rad-Refit

Nachdem ich dieses Fahren-Schmerzen-Erholen-Spiel gespielt habe und mir auch sämtliche Tipps aus allen möglichen Rennrad-Foren nicht weiterhalfen, reichte es mir und ich ging endlich zum Orthopäden. Der verdächtigte den Meniskus, ließ mein Knie in der Röhre von allen Seiten und in allen Winkeln durchfotografieren und sagte mir dann: Alles okay, war bestimmt nur Überreizt. Ich solle einfach wieder vorsichtig mit dem Training beginnen. Also nach fast drei Wochen Pause wieder aufs Rad – und wieder von den Schmerzen begrüßt.

Letzte Chance: Kinesio-Tape

So langsam reichte es mir. Während Philipp bereits seine 1.000 Kilometer im Sattel hatte und das Wetter wieder frühlingshafter wurde, konnte ich nicht Rad fahren. Dann wurde der Dr.Oste in mir wach und sagte: Therapiere ich mich eben selbst. Also Kinesio-Tape im Drogeriemarkt gekauft und das Knie getaped, zusätzlich die Knielinge nach einem Forumsbericht unter die Hose gezogen (und nicht drüber, wie vorher immer). Das Ergebnis: Eine Ausfahrt ohne Schmerzen. Die nächsten Male wurde es immer besser und ich konnte endlich wieder die Ausfahrten genießen und mit dem Training starten.

Wäre vor ein paar Wochen noch undenkbar gewesen: Ausfahrt im Sonnenaufgang vor der Arbeit

Selbst ist der Mann Dr.Oste

Woran es jetzt letzendlich gelegen hat und was genau am Ende geholfen hat, weiß wohl nur der liebe Gott. Ich selbst gehe ja wirklich von einer Überreizung aus – irgendetwas muss ich mir da auf Papas Renrad bei den kalten Temperaturen und einem nicht auf mich eingestelltem Rad kaputt gemacht haben. Ich werde die nächsten Ausfahrten weiterhin noch auf das Tape setzen, obwohl ich es letztens auch bereits schmerzfrei ohne Tape ausprobiert habe. Ein Hoch auf diese Erfindung! Jetzt gilt es, einige verlorene Trainingstage nachzuholen – die ersten Events des Jahres rücken immer näher.