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Max

Auf den Berlin Sixdays 2017

Nachdem ich vor einem Jahr auf dem Berliner Sechstagerennen Blut geleckt habe, ließ ich mir die diesjährige Eröffnung natürlich nicht entgehen. Doch ans letzte Jahr kommt die 2017er-Austragung nicht ran.

Vorfreude

Wie ein kleines Kind habe ich in den letzten Wochen die Tage gezählt, bis die Sixdays in dieser Saison auch endlich wieder in unserer Hauptstadt starten. Dabei stand nicht einmal fest, ob ich hingehen kann: Die Tickets waren mir etwas zu teuer (besonders jetzt als Student) und da Marcel dieses Jahr nicht antreten würde, gab es über ihn leider auch keine günstigeren Tickets. Zum Glück gab es ja noch ein paar Gewinnspiele einiger Kooperationspartner im Voraus, und so konnte ich dank GASAG dann doch noch Karten für die Eröffnung am Donnerstag und das Finale am Dienstag einsacken. Am Donnerstag ging es also mit Marcel als persönlichen Profi an der Seite in Richtung Velodrom.

Kein richtiges Renn-Fieber

Äußerlich hat sich dieses Jahr an dem Rennen vielleicht nicht viel verändert, im Hintergrund gab es allerdings einen Veranstalter- und damit auch ein Konzeptwechsel: Die Sechstagerennen in London, Amsterdam, Kopenhagen, Mallorca und eben in Berlin werden als eine Reihe zusammengefasst, es gibt also eine Wertung über alle fünf Rennen. Gleichzeitig hieß es in der Presse, dass das ganze Drumherum um die Wettbewerbe neu aufgezogen werden sollte. Im Vergleich zu letztem Jahr hat sich an Marketing und zum Beispiel den Ständen im Velodrom allerdings nicht so viel verändert. Im Gegenteil: Irgendwie fehlte am Donnerstag die aufregende Atmosphäre, es kam kein richtiges Renn-Fieber auf – und der DJ steuerte mit seiner lahmen Musik einen nicht unerheblichen Teil dazu bei.

Zur Eröffnung waren die Ränge, zumindest während der ersten Wettbewerbe, gut gefüllt
Zur Eröffnung waren die Ränge, zumindest während der ersten Wettbewerbe, gut gefüllt

Siegerehrung zu langsamen Walzer

Natürlich war es trotzdem wieder sehr aufregend, die ganzen Fahrer in den verscheidenen Disziplinen um Punkte fahren zu sehen. Besonders das Mannschaftsausfahren ist immer wieder spannend – hier scheidet alle zwei Runden die Mannschaft aus, die als letzte die Ziellinie überfährt, bis am Ende nur noch die Sieger übrig sind. Aber auch das klassische Madison oder die lauten Derny- und Steherrennen haben wieder viel Spaß gemacht. Nur eben nicht in der gleichen Atmosphäre wie letztes Jahr. Besonders schade war immer, wenn DJ Tomekk nach dem großen Finale eines Wettbewerbs und der anschließenden Ehrenrunde langweilige Musik auflegte. Da taten mir die Sieger richtig leid.

Besucherschwund

Der Abend streckte sich dann am Ende ganz schön. Waren zu Beginn fast alle Plätze im Velodrom belegt, so leerte sich das Publikum von Wettbewerb zu Wettbewerb immer weiter. Beim Steherrennen, das um Mitternacht herum den Abschluss des Tages bildete, saßen gefühlt nicht einmal mehr 100 Leute in der Halle. Müde und unzufrieden verließen Marcel und ich dann nach der finalen Siegerehrung das Rennen und waren froh, kein Geld dafür ausgegeben zu haben. Natürlich muss man dazu sagen, dass die Rennen am ersten Tag auch noch nicht ganz so spannend sind, weil sich die Fahrer ihre Kräfte einteilen. Daher habe ich für das Finale am Dienstag noch einige Hoffnung…

Mit bis zu 70 km/h rasen die Kollegen über die Bahn
Mit bis zu 70 km/h rasen die Kollegen über die Bahn

Nachtrag 26.01.2017

Das Finale am Dienstag hat dann noch mal alles gut gemacht, was am Donnerstag nicht so gut lief: Es gab spannende Jagden zwischen Ausreißern im großen Madison-Finale, laute Sprints und sogar die Frauen haben ihre Rennen teilweise in hohem Tempo gefahren. Auch im Publikum war die Stimmung weitaus besser: Die meisten blieben sehr lange und noch bis zum Finale was vielleicht auch daran lag, dass die Musik von DJ Tomekk definitiv besser war (wenn auch noch weiterhin verbesserungsfähig).

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