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Max

Das war 2016 – Das wird 2017

Vor einem Jahr schrieb ich hier an gleicher Stelle noch, dass das vergangene ein Rekordjahr war. Doch 2016 sprengt noch einmal alle Rahmen.

Vorbereitungen auf die große Tour

Dass das letzte Jahr wieder einmal alle Rekorde gesprengt hat, lag vor allem an der USA-Durchquerung. Bereits einige Tage nach Neujahr verkündete ich hier und auf Facebook mein verrücktes Vorhaben: Einmal die Vereinigten Staaten vom Atlantik bis zum Pazifik zu beradeln. So ganz vorbereitet fühlte ich mich trotz des guten Vorjahres nicht – deshalb stand das erste Quartal vor allem im Zeichen der Tour. Mit dem Jahreswechsel setzt ich mir das Ziel, bis zur Tour nur noch auf dem Trek zu trainieren, um mich an das Rad zu gewöhnen. Trotz eisiger Kälte überwand ich mich also zu einigen Trainingsrunden, suchte mir zwischendurch neue Motivation auf dem Sechstagerennen und wurde dann trotzdem erst einmal wieder von einer Mandelentzündung flachgelegt.

Rekord am Hermann

Der Monat vor dem Abflug war dann noch einmal voller Höhen und Tiefen. Ich hatte meinen letzten Arbeitstag, Stress mit dem Arbeitsamt und nicht ganz so viel Glück mit meinen Reifen. Auf einer Testfahrt mit dem mittlerweile vorbereiteten Trek brach zu allem Übel direkt eine Speiche – eine unangenehme Panne, die ich später noch einige Male ertragen musste. Frust abbauen konnte ich gemeinsam mit Philipp dann im April, als wir kurz vor meiner Abreise uns noch einmal auf unsere Sättel schwangen, um einen persönlichen Rekord zu brechen: 21 Mal bestiegen wir den Hermann und kletterten so innerhalb eines Tages knapp 3.500 m. Rekord geknackt!

Geschafft: Nach 21 Anstiegen wurde dem Hermann noch ein Besuch abgestattet
Rekord gebrochen: 21 Mal fuhren Philipp und ich im April den Hermann hinauf

Von New York City nach San Francisco

Als ich mich in den Flieger nach New York setzte, war mir glaube ich immer noch nicht so ganz bewusst, was ich da vor mir hatte. Fast 6.500 Kilometer nordamerikanischer Kontinent lagen vor mir. Doch mit jedem Tag auf dem Rad kam ich mehr und mehr in eine Art „Abenteuerfieber“ und genoss die Freiheit. Die ersten Etappen führten mich noch durch dicht zivilisierte Gebiete, doch bereits in den Appalachen merkte ich: Jetzt sind es nur noch die Natur, das Rennrad und ich. Das, was ich wohl am meisten von dem Abenteuer in Erinnerung behalten werde: Die Gastfreundschaft der Amerikaner, die mich teilweise einfach so bei sich aufgenommen oder mir weitergeholfen haben.

„War doch gar nicht so schwer“

14 durchfahrene US-Staaten, fünf gebrochene Speichen und unendlich viele verzehrte Burger später hatte ich es dann endlich geschafft: Ich stand auf der Golden Gate Bridge in San Francisco. In diesem Moment vergaß ich einfach die ganzen Momente, in denen mich einfach nicht aufhörender Gegenwind, austrocknende Hitze oder unerwartet steile Anstiege zum Aufgeben zwingen wollten und sagte mir: „War ja doch eigentlich ganz einfach.“ Der Rückweg entpuppte sich dann fast noch komplizierter als die eigentliche Tour – ich landete zwischendurch für eine Nacht in Barcelona – dafür fand ich mich einige Tage später in der Lippischen Landeszeitung wieder. Meine ausführliche Zusammenfassung der USA-Tour gibt’s hier.

Links vor zweieinhalb Monaten in New York City und rechts letzte Woche in San Francisco
Vorher und Nachher: Meine linke Hälfte steht noch in New York City auf der Brooklyn Bridge, rechts bin ich am Ziel an der Golden Gate Bridge

In der Heimat wird sofort weitergeradelt

Zurück in Deutschland wartete ich nicht lange und schwang mich wieder aufs Rad. Zu sehr hatte ich mein geliebtes Canyon vermisst, auf das immer Verlass ist. Noch im Juli startete ich mit Philipp auf eine ausgedehnte Tour durch die lippische Heimat (quasi „von den Rockies auf den Köterberg“), wenige Wochen später folgte wieder ein gemeinsamer Ausflug an die Weser. Was hatte ich diese Flows vermisst. Neben den Ausfahrten mit Philipp verbrachte ich die Zeit zwischen Tour und Studienbeginn im Herbst weiterhin oft auf dem Rennrad, schaffte es aber nicht, meine anderen gesetzten Ziele wie Berlin-Detmold nonstop, eine weitere Berlin-Umrundung oder Berlin-Ostsee umzusetzen. Im Nachhinein bereue ich ein wenig, nicht öfter gefahren zu sein. Schneller als gedacht kam der Oktober – und mit ihm ging die Freizeit. Neben Uni und Arbeit blieb plötzlich kaum noch Zeit für das Training auf dem Rad. Irgendwie hatte ich mir das Studentenleben immer lockerer vorgestellt.

12.000 Jahreskilometer

Auch, wenn ich im Herbst nicht mehr ganz so aktiv war, summierten sich die Kilometer auf meinem Tacho am Jahresende auf stolze 12.000 Kilometer. Klar – ohne die USA-Tour wäre ich wahrscheinlich nicht im fünfstelligen Bereich gelandet, 2015 lag ich bei etwas mehr als 7.000 Kilometern. Ob ich diesen Jahresrekord noch einmal knacken werde? Das ist ein klares Ziel. Für nächstes Jahr will ich wenigstens versuchen, die Zehntausend vollzumachen. An den höchsten Anstieg aus 2016, der mich in den Rockies auf 3.448 Meter über den Meeresspiegel und damit höher als die Zugspitze führte, werde ich hier in Europa wohl ebenso wenig herankommen – doch was die Höhenmeter angeht, haben Philipp und ich für das kommende Jahr auch etwas besonderes geplant.

Im Herbst ging es zwischen Uni und Arbeit nur noch begrenzt aufs Rad
Im Herbst ging es zwischen Uni und Arbeit nur noch begrenzt aufs Rad

Schneller, weiter höher in 2017

Meine alten, noch nicht erreichten Ziele aus 2016 stehen natürlich auch dieses Jahr ganz oben auf der To-Do-Liste: Einmal nonstop nach Detmold fahren, die Ostsee besuchen und noch einmal Berlin umrunden. Daneben gibt es aber noch einige weitere Highlights, die Philipp und ich auf unserer Agenda haben: Im Juni treten wir bei „Burning Roads“ an und wollen 300 Kilometer durch das Osnabrücker Land strampeln. Und Jens Voigt hat uns mit seiner Everesting-Challenge erst gerade auf eine Idee gebracht: Das wollen wir auch machen. Im Sommer geht’s also so oft auf den Hermann hoch, bis wir die 9.000 Höhenmeter knacken. Einem neuen Jahr voller Rekorde steht also nichts mehr im Weg!

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