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Berlin-Brandenburg Max

Rund um Berlin

Wenn die Sonne lacht, kein Wölkchen am Himmel zu sehen ist und das Thermometer knapp 10 Grad Celsius anzeigt, ist das nicht nur ein Signal für kurze Hose und kurzes Trikot mit Bein- und Armlingen – so ein Wetter muss auch mit einer besonderen Tour ausgenutzt werden. Und so sollte mein Ziel heute Berlin sein. Nicht mal eben in die Stadt fahren, sondern einmal drum herum.

Juhu, Rückenwind

Fast pünktlich um kurz nach Neun startete ich im neuen Eichhörnchen-Outfit in Richtung Potsdam. Da ich zu Beginn erst ein kurzes Stück gen Süden fuhr, merkte ich bereits, was da in der zweiten Hälfte der Tour auf mich zukommen wird. Doch kaum in Potsdam, schob ich diese grausamen Gedanken zuerst einmal beiseite: Denn jetzt gab es bis Borgsdorf puren Rückenwind. Und so zogen die folgenden Kilometer ziemlich schnell vorbei – zuerst an einer großen Sparkassen-Rennradgruppe und dann auf Streckenabschnitten der RTF „Jenseits der Havel“, die Philipp und ich erst im Herbst gefahren sind. Kurz hinter Falkensee bekam ich dann noch Windschatten-Begleitung – des guten Eindrucks wegen war also gar nicht an langsames Tempo geschweige denn Pausen zu denken.

Gute Straßen, schlechte Straßen

Das muss schon vor der DDR so ausgesehen haben
Das muss schon vor der DDR so ausgesehen haben

Das schöne an Brandenburg: Viele der Landstraßen sind nach der Wende aufwendig erneuert worden und lassen sich wunderbar befahren – meist sogar auf gut ausgebauten Radwegen daneben. Doch anscheinend gibt es immer noch einige Straßen, die irgendwie aus den Bauplänen der Gemeinden verschwunden sind. Das durfte ich hinter Borgsdorf erleben. Zuerst gab es zwar immerhin noch Teer, doch vor lauter Schlaglöchern konnte man den kaum noch sehen. Als ich gerade dachte, dass es besser wird, war der Teer ganz weg – Kopfsteinplaster. Über den grünen Straßenrand versuchte ich, durch sämtliches Gestrüpp kämpfend, meine Laufräder schonend nach Summt zu bringen. Das Stück schien mir endlos, und ich war heilfroh, als ich in Summt wieder „richtige Straße“ unter den Rädern hatte.

Ohje, Gegenwind

Zwar ließ es sich ab jetzt wieder besser fahren, dafür hatte ich ein anderes Problem: Gegenwind. Eine gute Gelegenheit, eine Pause für ein Eis einzulegen, welches ich mir in Mühlenbeck gönnte. Doch es half nichts: Der Wind wurde nicht weniger und die Beine nicht kräftiger. Teilweise mit 20 km/h schlich ich mich nun durch das nordöstliche Berliner Umland. Lichtblicke waren Waldabschnitte oder Siedlungen, die wenigstens etwas Windschatten boten. Als in Hönow der Straßenzustand wieder zu Wünschen übrig ließ, war ich fast dabei, die nächste U-Bahn-Station anzufahren. Doch bis Friedrichshagen rollte es sich dann doch wieder ganz gut durch den Wald, und dann bog ich ja auch schon wieder Richtung Westen ab.

Duell mit einem Fixie

In Adlershof riss mir dann noch unnötigerweise der Schaltzug für die Ritzel. Lustigerweise traf ich an der Ampel, an der ich etwas Ordnung in die Panne brachte, direkt einen Fixie-Fahrer. Ich fuhr nichts ahnend mit meinem jetzt (Fast-)Singlespeed Richtung Mauerradweg und merkte erst recht spät, dass mir der Fixie-Fahrer die ganze Zeit auf den Fersen geblieben ist. Als mich dieser dann auf dem Mauerradweg überholte, nahm ich die Challenge an und blieb hinter ihm dran. Entsetzt drehte er sich immer wieder um und stellte fest, dass ich noch an ihm dran war, weshalb er immer mehr Gas gab. Kurz bevor ich abbiegen musste ließ er sich doch noch leicht zurückfallen und ich konnte nur seinen keuchenden, roten Kopf erkennen. Aber auch ich merkte jetzt auf den letzten Kilometern, dass mir das den Rest gegeben hatte. Ich schleppte mich jetzt also ganz ohne Gangschaltung die letzten Kilometer nach Hause.

Die Tour auf Strava – Strecke auf gpsies

Eine Antwort auf „Rund um Berlin“

[…] habe es wieder getan: Ich habe Berlin einmal komplett umrundet. Nachdem ich diese Tour bereits im März einmal gemacht habe, zog es mich jetzt bei wieder auf den Rundkurs. Dieses Mal allerdings mit 20 […]

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