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USA 2016

Cheezborger

Auch in Chicago könnte ich gerne länger bleiben. Aber wer rastet, der rostet...
Auch in Chicago könnte ich gerne länger bleiben. Aber wer rastet, der rostet…

Morgen geht es bereits wieder aufs Rad – umso passender, dass sich der heutige Tag als kulinarisches Fest herausstellte. Von Popcorn über Pasta bis Cheezborger war alles dabei.

Ein bisschen Business und Pancakes

Das schöne Wetter von gestern war heute leider schon wieder im wahrsten Sinne des Wortes verflogen, draußen stürmte es wild. Richtig einladend sah das mal wieder nicht aus, besonders vor dem Hintergrund, dass ich ja hier nur eine kurze Hose dabei habe. Den Vormittag startete ich also erst einmal mit einem Google Hangout mit Deutschland (die Reisekasse muss ja irgendwie gefüllt werden), bevor ich dann für und mit meinem Host Rebecca Crêpes machte. Irgendwie wollte ich mich ja revanchieren, und Pfannkuchen kann ich immerhin. Mit sehr vollem Bauch wagte ich mich dann Mittags auch endlich vor die Tür.

Die "L-Train"-Züge durchfahren Chicagos Downtown auf einer Hochbahn einmal im Kreis
Die „L-Train“-Züge durchfahren Chicagos Downtown auf einer Hochbahn einmal im Kreis

Treffen mit einem zweifachen RAA-Teilnehmer

Erster Anlaufpunkt des Tages war ein Fahrradladen mit Café direkt ein paar Blocks weiter – ich wollte meinen Vorrat an Schläuchen noch etwas aufstocken, bevor es in den leeren mittleren Westen geht. Als ich auch hier mit dem Verkäufer ins Gespräch kam, machte er mich direkt mit seinem Kollegen bekannt, der bereits zwei Mal beim Race Across America teilgenommen hat – also in nur zehn Tagen von der West- zur Ostküste gesprintet ist. Auch in Europa hatte er schon einige langen Distanzen mitgemacht – wenn ich es richtig verstanden habe bei Paris-Brest-Paris. Vielleicht hat er aber auch Paris-Roubaix gemeint, was keine lange Distanz, aber immer noch eindrucksvoll wäre. Meine Reise wirkt gegen so eine körperliche Meisterleistung natürlich immer eher wie ein Kinderspiel.

Selbst bei grauem Wetter bleiben die Wolkenkratzer am Chicago River eindrucksvoll
Selbst bei grauem Wetter bleiben die Wolkenkratzer am Chicago River eindrucksvoll

Viel zu viel Essen

Weiter in der Stadt habe ich mir erst noch einmal kurz das schöne Palmer House angeguckt, ein ziemlich bekanntes Hotel direkt an der Monroe Street. Direkt um die Ecke befand sich der mir empfohlene Popcorn-Shop und Klassiker „Garrett“, bei dem ich das leckere Karamel-Popcorn ausprobierte. Eigentlich ist die typische Chicago-Mischung aber Karamel-Popcorn und Käse-Popcorn. Anschließend bummelte ich kreuz und quer durch die Stadt, bis ich irgendwann mal wieder bei Trader Joe’s landete.

Billy Goat muss man erst mal finden: Der Laden ist auf der unteren Ebene der Straße - also eher düsteren Keller Chicagos
Billy Goat muss man erst mal finden: Der Laden ist auf der unteren Ebene der Straße – also im eher düsteren Keller Chicagos

Eine Runde mit der Hochbahn

Da die Fußwege immer so windig und kalt waren und ich trotzdem noch einmal die Stadt sehen wollte, machte ich mich kurzerhand zur nächsten „L-Train“-Station auf und fuhr einmal den Loop – also einmal im Kreis über die Hochbahn durch die Downtown. Im Gegensatz zum Berliner Ring dauert die Runde aber nur etwa eine Viertelstunde, doch zu sehen bekommt man einiges – zum Beispiel den Merchandise Mart, das bei seiner Öffnung 1930 größte Gebäude der Welt. Dann stand noch ein wichtiger Programmpunkt an: Joe, bei dem ich in Angola übernachten durfte, hatte mich auf einen Burger-Laden hingewiesen, der aufgrund eines Sketches aus „Saturday Night Live“ große Bekanntheit erlangt hatte – Billy Goat. Natürlich gab es „Cheezborger“. Es gibt sogar eine Verschwörungstheorie über die Ziege, die dem Laden seinen Namen gegeben hat.

Das war er dann, der sagenumwobene Cheezborger
Das war er dann, der sagenumwobene Cheezborger

Mit dem Uni-Shuttle Milkshake holen

Den Abend verbrachte ich wieder in der WG, wo wir noch gemeinsam Pasta kochten. Später zeigte mir Rebecca noch einen coolen Milkshake-Laden – einer der wenigen, der um diese Zeit noch geöffnet hatte – den wir übrigens mit einem der Uni-eigenen Shuttle-Busse erreichten. Das College hat hier tatsächlich ein Netz aus vier Buslinien, die bis Mitternacht im 15-Minuten-Takt verkehren und anschließend sogar immer noch alle 30 Minuten bis vier Uhr morgens fahren. Der Becher Erdbeer-Banane-Shake füllte dann aber auch wirklich die letzten Lücken im Magen. Genug Energie für die Etappe morgen dürfte ich also definitiv haben!

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