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USA 2016

Von Küste zu Küste

Es ist vollbracht: Mit dem Erreichen des Pazifiks habe ich nun tatsächlich einmal die USA auf meinem Rennrad durchquert.

Sightseeing in San Gabriel

Schade, dass ich mein Hostel in L.A. schon fest gebucht hatte: Mein Host David lud mich sogar noch ein, gerne noch länger zu bleiben. Das Angebot hätte ich liebend gerne angenommen, doch das Airbnb-Hostel in West Hollywood und der Pazifik warteten. Nach einem ausgedehnten und sehr leckerem Frühstück, das David vorbereitet hatte, schwangen wir uns dann gemeinsam aufs Rad. Mein Host wollte mir wenigstens noch ein paar historische Gebäude in der Umgebung zeigen, denn immerhin ist San Gabriel älter als Los Angeles. Und so drehten wir noch ein paar Runden durch den Vorort, ehe wir uns voneinander verabschiedeten. Mein Rad war sogar so traurig, dass direkt der Schaltzug für die hintere Schaltung gerissen ist.

Auf den ersten Kilometern begleitete mich noch David, um mir San Gabriel zu zeigen
Auf den ersten Kilometern begleitete mich noch David, um mir San Gabriel zu zeigen

Mal wieder im Bike Shop

Zuerst wollte ich so mit einem Single-Speed (oder eher Dual-Speed) weiterfahren, da ich keine Lust hatte, jetzt wieder das ganze Gepäck vom Rad zu nehmen und an der Straße eine Friemelei zu starten. Doch nach einigen Kilometern wurde mir das Fahren ohne Schaltung dann doch zu unbequem (an dieser Stelle Grüße an Marcel) und ich suchte den nächsten Fahrradladen auf. Hier musste ich erst noch knapp eine halbe Stunde warten, ehe der Besitzer wiederkam – der Mitarbeiter konnte mir wohl nicht ganz helfen oder mich auch nicht richtig verstehen. Da der Schaltzug an einer ungünstigen Stelle gerissen war, dauerte das Reparieren leider etwas länger als gedacht. Doch das Warten hatte sich gelohnt: An den Ampeln ging es nun wieder schneller voran.

Direkt Richtung Downtown: Auf dem Weg zur Küste ging es auch einmal quer durch die City
Kurs Richtung Downtown: Auf dem Weg zur Küste ging es auch einmal quer durch die City

Den Kontinent einmal komplett durchquert

Von jetzt an ging es eigentlich ziemlich zügig voran. Zuerst durchquerte ich die Downtown Los Angeles, die mir bereits beim Durchfahren sehr gut gefiel. Auch wenn ich hier ständig die Live-Version von „Cool oder Crash“ spielen musste. Zum Glück funktionieren die Bremsen noch einwandfrei. Anschließend ging es immer nur noch den Venice Boulevard herunter, der mich direkt zur Küste führte. Mit jedem Kilometer wurde der Wind zwar stärker, die Vorfreude dafür umso größer. Und dann war er da plötzlich vor mir: Der pazifische Ozean. Meine Schwester hatte ihn erst vor wenigen Tagen als erstes Familienmitglied gesehen – allerdings in Costa Rica. Jetzt war ich also der zweite. Und damit auch an einem wichtigen Zwischenziel meiner Reise, denn jetzt habe ich den nordamerikanischen Kontinent tatsächlich einmal komplett auf dem Rad durchquert. War doch einfacher als gedacht!

Am Venice Beach war trotz des kühlen und windigen Wetters einiges los
Am Venice Beach war trotz des kühlen und windigen Wetters einiges los

Mit Rückenwind durch Beverly Hills

Ich genoss den Moment ein wenig und beobachtete das Treiben am Venice Beach. Trotz des windigen und frischen Wetters war einiges los und es tummelten sich viele Touristen am Strand und an der Promenade. Ein paar Ecken kamen mir aus Film und Fernsehen bekannt vor. Jetzt realisierte ich erst, dass ich wirklich in Los Angeles angekommen bin. Der Rückweg ging dann ganz schnell: Der Rückenwind pustete mich durch die schönen Straßen in Santa Monica und anschließend Beverly Hills. Zwar musste ich ein paar Mal im Feierabendverkehr aufpassen (Mercedes haben auch hier in den USA immer Vorfahrt), doch ich kam sicher am Hostel an. Hier habe ich direkt einen Franzosen und einen Iren getroffen, die nicht so richtig glauben wollen, dass ich von New York mit dem Rad gekommen bin. Ich werde mich jetzt gleich erst einmal mit einem leckeren Abendessen belohnen.

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