Jetzt bin auch ich gefitted

Ein weiterer gefitteter Flowbiker: Bereits mit neu eingestelltem Rad und neuem Sattel bei Synergy ProTraining

Während Philipp bereits zwei Bike-Fittings hinter sich hat, fuhr ich bisher immer nur nach Augenmaß. Wie daneben ich damit lag, lernte ich in meinem eigenen Bike-Fitting

Vor einigen Wochen bekam ich, wie berichtet, Probleme im Knie. Trotz Entwarnung des Orthopäden, dass das nur an einer Verspannung lag, war das der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte: Ich wollte mich auch endlich fitten lassen. Philipp hat es vorgemacht, bereits beide Rennräder sind bei ihm mittlerweile professionell von KOM-Sport auf seinen Körper eingestellt worden. Für mich war der Weg nach Köln zu weit, auch wenn Philipp immer von den Profis schwärmte – ich guckte also, wo man sich in Berlin fitten lassen kann. Bereits nach kurzer Recherche landete ich bei Synergy ProTraining in Zehlendorf, die nicht nur den modernsten und transparentesten Internetauftritt hatten, sondern auch sehr gute Bewertungen. Der Termin war schnell abgemacht, letzte Woche ging es nun endlich ans Fitten.

Gelenkig wie eine Eisenbahnschiene

Das Bike-Fitting selbst beginnt erst einmal mit einem Fragebogen über mich und meine Beziehung zum Radsport: Wie oft fahre ich, was sind meine Ambitionen, wo tut es jetzt bereits weh? Neben dem Knie, was ja erst kürzlich auftauchte, machten mir bei längeren Ausfahrten oft der Hintern und einschlafende Hände zu schaffen. Das gab Sportwissenschaftler Alex, der mich betreute, direkt die ersten Hinweise auf mögliche Ursachen. Im nächsten Schritt testete er meine Beweglichkeit – und mir war es fast peinlich zu sehen, wie unbeweglich ich bin. Hier besteht also ebenfalls Besserungsbedarf.

Vorher und Nachher im direkten Vergleich: Links steht meine Hüfte fast vertikal, rechts greife ich direkt weiter vorne an den Lenker

Knick im Rücken

Jetzt ging es an den Kern des Fittings: Wie sitze ich auf dem Rad und was muss verbessert werden? Dazu setzte ich mich vor zwei Test-Wänden auf mein in einen Indoor-Trainer gespanntes Rad und fuhr erst einmal los, um die Vorher-Einstellungen festzuhalten. Alex beobachtete mich dabei direkt von allen Seiten, um sich auch ein Bild zu machen. Anschließend gab es die Besprechung zum Ist-Zustand: Durch meine aktuelle Position steht meine Hüfte fast senkrecht, dadurch entsteht ein fieser Knick im Rücken, um an den Lenker zu kommen. Das begründet auch, warum ich am Lenker immer recht weit hinten greife, also sehr weit weg von Schaltung und Bremsen. Daneben war auch der Winkel, mit dem meine Füße auf die Pedale treten, nicht optimal. Hier wurde die Bewegung schnell unrund.

Ein neuer Sattel soll her

Wenn man die Probleme so vor Augen geführt kriegt, macht auf einmal alles Sinn – und jetzt sollte es daran gehen, diese aus dem Weg zu räumen. Alex stellte dazu in einem ersten Schritt schon einmal einige Dinge am Rad grob so in die Richtung ein, in die sie gehen sollten. Unter anderem wurde mein Sattel erhöht und die Bremsgriffe kriegten eine leicht geänderte Position. Bevor es ans Feintuning ging, gab es aber noch eine wichtige Frage zu klären: Möchte ich den alten Sattel behalten? Besonders im Hinblick auf die Probleme am Po und das Ziel, mehr Langdistanzen zu fahren, machte der Wechsel auf einen etwas breiteren Sattel von SQ Lab mehr als Sinn. Also: Alter Sattel runter und neuer Sattel drauf.

Feintuning

Während ich jetzt immer wieder in die Pedale trat und Alex abwechselnd wieder die Sattelhöhe und Lenkerposition justierte, näherten wir uns so der optimalen Position. Und das machte sich bereits zu Beginn gleich bemerkbar. Ich griff automatisch weiter vorne an den Lenker, meine Trittbewegung fühlte sich runder an und überhaupt fühlte sich alles „richtig“ an. Das wurde von Schritt zu Schritt besser. Eine weitere Besserung kam noch während des Feintunings dazu: Einlegesohlen. Ich hätte nicht gedacht, dass eine so kleine Änderung für so viel Verbesserung sorgen kann – aber das gilt wohl für das gesamte Bike-Fitting heute.

Ein zufriedener Flowbiker mit seinem Bike-Fitter: Vielen Dank an Head Coach Alex!

Was eine neue Position alles ausmacht

Am Ende stand ich nicht nur mit einem komplett auf mich eingestellten Rad da, sondern auch um einiges an Hintergrundwissen um meine Position auf dem Rad reicher. Und der Blick auf die Vorher-Nachher-Bilder spricht Bände: Meine Hüfte geht jetzt, besonders dank neuem Sattel, weiter nach vorne. Das wird sich in den nächsten Wochen aber eh noch hoffentlich bessern, besonders, wenn ich meine Dehn-Hausaufgaben jetzt starte. Ich greife jetzt weiter vorne an den Lenker und habe dadurch nicht nur einen besseren Griff, sondern eine viel enspanntere Position der Schultern – das sieht man auch deutlich auf den Bildern. Daneben wurde auch das Problem mit meinem Tritt und dem Winkel meiner Füße gelöst, unter anderem durch eine möglichst optimale Einstellung der Schuhplatten.

Fazit

Am Ende bleibt mir nur noch einmal zu sagen, wie begeistert ich vom Bike-Fitting an sich bin. Aber auch die Atmosphäre bei Synergy ProTraining und mit Alex hat mir besonders gut gefallen, ich fühlte mich kompetent beraten und gut aufgehoben. In drei bis vier Monaten darf ich sogar noch einmal zum kurzen Re-Check wiederkommen, um die Sattelhöhe dann eventuell noch einmal an den dann bereits an die neue Position gewöhnten Körper anzupassen. Wer, genau wie ich, also nach wie vor mit dem Gedanken spielt, sich fitten zu lassen: Tut es! Es ist eine gute Investition in Eure lebenslange Gesundheit.