Was bisher geschah

In letzter Zeit war ich wieder vermehrt früh morgens vor der Arbeit unterwegs

Long time, no see: Lange war es auf unserer Seite stumm, doch die Räder standen natürlich trotzdem nicht in der Ecke. Im Gegenteil: Seit dem Herbst ist einiges passiert.

Fangen wir dort an, wo wir zuletzt aufgehört haben: Der Münsterland Giro im Oktober. Das war nicht nur der letzte Artikel auf flowbiker, sondern auch das letzte Saison-Highlight für Philipp. Bereits das gesamte Jahr über plagten ihn Probleme in seinem linken Knie, was sich bereits vor dem Canyon Night Ride oder Burning Roads bemerkbar machte, dort aber trotz Behandlung immer wieder schmerzte. So eben auch beim Rennen in Münster, was immer wieder einige Trainingspausen auf seiner Seite mit sich zog.

Zwift für die kalte und dunkle Jahreszeit

Auch bei mir lief ab Oktober nicht mehr wirklich viel – die Saison war vorbei, Ziele fehlten und dazu hatte ich mir meinen Stundenplan für die Uni ganz schön voll geplant. Am Ende war ich sogar so verzweifelt, dass ich mir im November eine freie Rolle kaufte und mich bei Zwift anmeldete. Nach einigen Fahrten dort war es für mich jedoch auch schon wieder vorbei mit der Lust am virtuellen Sport. Highlight im Herbst: Ich treffe David bereits ein zweites Mal wieder, bei dem ich vor zwei Jahren während meiner USA-Durchquerung in Los Angeles übernachtet habe.

Sieht auf vielen Ebenen für mich einfach falsch aus, war aber irgendwie eine Notlösung: Die Rolle für Wintertraining

Rapha Festive 500

Zu Höchstformen kam ich erst wieder Ende Dezember, als ich mir vornahm, das Rapha Festive 500 zu bestreiten. Also nahm ich das Rad mit zu meinen Eltern, wo ich die Weihnachtsfeiertage verbrachte, und war zwischen Heiligabend und Neujahr tatsächlich fast jeden Tag auf dem Rad unterwegs. Selbst das teils miese Wetter hielt mich nicht ab, einige schöne Touren zu fahren – zum Glück nicht immer alleine, auch Arndt oder Gerrit und sein Vater begleiteten mich. Am Ende ging sogar alles gut und ich konnte die 500 Kilometer voll machen.

Zusammen mit Arndt ging es zwischen Weihnachten und Neujahr an die Weser – alles als Teil des Festive 500 (rechts das Abzeichen)

Komplett-Knock-Out

Während Philipp jetzt im neuen Jahr langsam und vorsichtig wieder mit Indoor-Training auf der Rolle begann, schien mein Körper nach dem kilometerreichen Jahresabschluss nicht mehr in der Lage, die ganzen Viren und Bakterien abzuwehren. Schneller, als ich ich mich versah, hatte ich mir einen recht widerspenstigen Virus eingefangen, der mich inklusive einer direkt anschließenden Mandelentzündung den kompletten Januar lahm legte und mich ans Bett fesselte. Erst im Februar konnte ich mich so langsam wieder aufs Rad setzen.

Lichtblick

Mitte März dann der Lichtblick: Nach einem bisher sehr kaltem Winter wird das Wetter endlich wärmer. Ich feiere das und meine dank Semesterende neu gewonnene Zeit direkt mit einer Ausfahrt in Arm- und Beinlingen zu meinem neuen Trikot-Set: Dem Outfit der britischen Nationalmannschaft (eigentlich ein Regelverstoß…). Auch Philipp traut sich wieder auf die Straße – zum Glück komplett beschwerdefrei. Sein erster Ritt ist direkt ein Versuch, den Arbeitsweg auf dem Rennrad zu bestreiten. Das klappt direkt so gut, dass er das nun regelmäßig tut und ein zweites Bike-Fitting bei KOM-Sport absolvierte, um auch auf dem Zweitrad Knieproblemen vorzubeugen.

Verstoß gegen Regel #17, aber dafür das erste Frühlingswetter mit britischem Flair ausgenutzt

Immer mehr Kilometer

Während Philipp nun regelmäßig auf dem Rad zur Arbeit pendelt und seine Jahreskilometer schon wieder ordentlich steigen, nutze ich wieder meine Routine, noch vor der Arbeit eine komplette Runde zu fahren. Zwar schlägt mich im März dann erneut eine Erkältung zurück, doch dafür will ich es im April dann direkt wissen: Ich nutze das mittlerweile frühlingshafte Wetter, um direkt auf Langdistanz zu gehen. 190 Kilometer reiße ich, meist im Wind, durch Südbrandenburg ab. Ich bin am Ende fertig und vor allem sonnenverbrannt, aber glücklich – immerhin sehe ich das direkt als Training für Burning Roads und mein Vorhaben, endlich den Berlin-Detmold-Plan umzusetzen.

Wenn man es zu sehr übertreibt

Ich habe Blut geleckt und eine Woche später will ich noch einmal einen drauf setzen: 260 Kilometer stehen am Ende auf dem Tacho. Schlau war diese Entscheidung nicht, habe ich mir in der Woche vorher bei einer morgendlichen Ausfahrt doch meinen Bizeps am rechten Knie leicht überreizt. Die lange Tour ist entsprechend dumm und die Überreizung wird zur Entzündung. Ich kann nicht mehr auftreten, laufe die nächsten eineinhalb Wochen nur noch mit Krücken und muss mich schonen. Über meinen Leichtsinn ärgere ich mich immer noch. Einziger Vorteil: Mit Krücken sind alle Menschen direkt netter zu einem und man kriegt auch in vollen Bussen und U-Bahnen oft noch einen Sitzplatz.

Aktuell ein häufiges Bild: Ausblick bei der Elektrobehandlung

Und noch mehr Knieprobleme

Da ich also nirgendwo hinfahren konnte, entschloss sich Philipp, zu mir zu fahren – und zwar direkt per Rad. Damit würde immerhin einer das Vorhaben Berlin-Detmold in Angriff nehmen. Aus einer erst überlegten Ein-Tages-Tour wurden dann doch zwei Etappen, an die sich Philipp dann am Samstag wagte. Der Plan: Samstag etwa 270 Kilometer bis Burg, am gestrigen Sonntag dann den Rest bis Berlin. Der Anfang klappte gut und Philipp versorgte mich mit einigen Updates, auch das Fahren mit Gepäck schien machbar. Dann am Nachmittag die Ernüchterung: Das Knie machte sich wieder bemerkbar, bei Kilometer 200 dann ein vernünftiger Abbruch. Immerhin einer, der nicht ganz so leichtsinnig war und rechtzeitig die Notbremse zog.

Wie geht es weiter?

Philipps Knie ist bereits gestern wieder wohlauf gewesen. Mein Knie hat sich, nachdem es doch länger als erwartet Probleme machte, letzte Woche wieder gut erholt und ich konnte die letzten Tage bereits wieder ohne Krücken laufen. Heute geht es noch einmal in den MRT, um auf Nummer sicher zu gehen. Ein kurzes Training heute (ja, ich war wieder etwas leichtsinnig) zeigte aber: Alles wieder okay, keinerlei Beschwerden. Ob das nun auf der Langdistanz auch so bleibt, wird sich zeigen. Wir beide werden es jetzt wohl erst einmal wieder vorsichtiger angehen und sehen, ob wir so schnell wieder Events wie Burning Roads fahren können. Ich für meinen Teil ziehe Philipp nach und werde nächsten Monat ein Bike-Fitting machen – auch auf Anraten meines Orthopäden.

Die schier endlose Geschichte um die Knieleiden der Flowbiker – wir hoffen, dass sie bald ein Ende findet…