Kategorien
Max

Mit dem Rad im Intercity

Nach der USA-Durchquerung blieb das Trek erst einmal bei meinen Eltern in Detmold – jetzt fuhren wir gemeinsam zurück nach Berlin. Allerdings nicht auf der Straße, sondern auf der Schiene.

Generalüberholung à la Papa

Als ich im Juli zusammen mit meinem Trek nach Deutschland zurückkehrte, war das Rad für mich erst einmal Nebensache – und nach den enttäuschenden Pannen während der Tour war ich auch irgendwo ganz froh darüber, es erst einmal wieder gegen das schöne Canyon tauschen zu können. So blieb mein Reisebegleiter bei meinen Eltern in Detmold stehen, wo mein Papa es wieder auf Vordermann bringen wollte: Neben den üblichen Verschleißteilen wie Kette oder Bremsen, die es auszutauschen oder zu reinigen galt, haben die Felgen unter der Belastung überraschenderweise ziemlich stark gelitten. Teilweise ziemlich lange Risse um die Speichen herum zeigen, dass die Räder wohl doch nicht ganz für die Belastung ausgelegt waren – obwohl das Trek 720 ja eindeutig als Reiserad verkauft wird.

Aus Reise- mach Winterrad

Es mussten also neue Laufräder her – wie oben zu sehen fährt das Rad jetzt auf Mavic Aksium. Statt der Schwalbe Marathon-Reifen, die ebenfalls komplett durchgefahren waren, sind jetzt wieder die ursprünglichen Bontrager-Reifen dran. Damit war das Rad wieder bereit zum Einsatz – und zwar als Winterrad. Mit den Schutzblechen ist es dafür ideal ausgestattet, das Canyon darf sich dann schön sauber in der warmen Wohnung schonen. Jetzt musste das Rad nur noch wieder zurück nach Berlin kommen.

Viel Platz für Fahrräder: Der halbe Waggon bestand aus festen Rad-Aufhängern mit eigener "Sitzplatznummer"
Viel Platz für Fahrräder: Der halbe Waggon bestand aus festen Rad-Aufhängern mit eigener „Sitzplatznummer“

Fahrrad auf Hochgeschwindigkeit

Im ICE sind Fahrräder tabu, im IC sind sie dagegen erlaubt. In S- und U-Bahn war ich schon öfter mit dem Rad unterwegs, doch Fernverkehr war auch für mich mit dem Rad noch ganz neu – also nutzte ich die Gelegenheit, um das auch mal auszuprobieren. Die Buchung ging einfach über die Desktop-Seite der Bahn (Fahrrad-Tickets für ICs kann man in der App leider nicht buchen) und war sogar recht günstig. Mit BahnCard 50 habe ich für die Fahrt Detmold – Berlin insgesamt nur 45,50 Euro bezahlt (Flexpreis), wovon 6,- Euro auf das Fahrradticket (inklusive Platzreservierung für das Fahrrad!) und 4,50 Euro auf die Sitzplatzreservierung für mich fallen. Im Gegensatz zum ICE war der Intercity dann sogar sehr leer und ich hätte mir die Reservierung sparen können.

Das war ja einfach

Am kompliziertesten war im Endeffekt die Fahrt von Detmold nach Herford: In der vollen Regionalbahn war es mit dem Fahrrad gar nicht so einfach. Umso entspannter lief dann der Umstieg zum IC. Rein in den ersten Wagen, den richtigen Haken für das Fahrrad gesucht – die einzelnen Fahrradplätze haben sogar wie die echten Sitze eigene Nummern mit Anzeigetäfelchen für die Reservierung – Rad aufgehängt und mich dann selbst hingesetzt. Am Ende war ich zwar etwas länger unterwegs als im ICE, weniger komfortabel war die Fahrt aber nicht. Letztendlich sind in den überholten IC-Wagen ja sogar die baugleichen Sitze zu finden. Angekommen in Berlin ging es dann nur noch mit S- und U-Bahn zurück zur Wohnung und am nächsten Morgen direkt auf die erste Ausfahrt auf nasser Straße. Zum Leid meines Papas – hatte er das Rad doch vorher noch bis in die letzte Ritze fein säuberlich geputzt.

Eine Antwort auf „Mit dem Rad im Intercity“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.