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Philipp

„vereinzelt lokale Schauer“

Welch ein Tag! Bei herrlichem Sonnenschein startete ich meine Runde, um den frisch erworbenen sqlab-Sattel zu testen. Ich fuhr raus aus Detmold und ließ den  Alltag hinter mir. Für einen Tag in den Sommerferien herrschte viel Verkehr auf den Straßen, ich rechnete also mit allem während ich mich die Gauseköte hochquälte. Vorbei an schiebenden Radfahrern, den ich „Alles Alles“ zurief und Bäumen, die im Wind wogen. Ich sitze erstaunlich gut auf meinem Sattel, befand ich den Berg herabdonnernd. Fast kein Wölkchen am Himmel, viel besser könnte es nicht sein, doch es begann zu Regnen. Ich hielt in Oesterholz-Haustenbeck an und checkte das Regenradar auf dem iPhone. „Alles gut, hört gleich auf“, sagt es mir, also kein Grund zu pausieren. Zweifelnd, ob mein iPhone recht behalten würde, fuhr ich gen Schlangen. Die Regentropfen stachen mir ins Gesicht, zum Glück hatte ich Armlinge an, so spürte ich die harten Tropfen nicht auf der Haut. Langsam wurden meine Schuhe auch von innen nass, seit je her hasse ich diesen Moment des Durchnässens. In sportlichem Tempo ging es weiter geradeaus durch Lippspringe und Marienloh. Es hörte auf zu regnen, ich bog ab nach Sennelager und Schloss Neuhaus. Schade, auf höhe des Lippesees wurde es wieder dunkler.

IMG_0807Ich bewegte mich auf von Bäumen überdachten Wegen, sodass ich erst mal nicht viel vom Regen abbekam, doch die Geräusche kündigten ein Gewitter an. Und dann war es soweit, ich überquerte schnell die Bielefelder Straße in Sennelager und über mir wurde es hell und laut – gleichzeitig. Mitten im Gewitter zu fahren hasse ich. Gefährlich und unschön zu gleich. Aber denken hilft nicht, ich musste weiterfahren. Unter Bäumen am Rand einer Bahnstrecke war ich nicht sicher. Mein untrainierter Puls, der sowieso schon hoch war, stieg noch höher und ich fuhr schneller und schneller. Eigentlich genoss ich den Regenschauer, aber das Gewitter über mir auf freier Strecke gefiel mir dann doch nicht.

 

IMG_0814Letztlich fand ich Unterschlupf in einer stabilen Beton-Bushaltestelle. Geschützt vor Regen und Wind pausierte ich und wartete ab. Minuten verstrichen und es wurde nicht besser, mir ging langsam das Gefühl auf den Geist, dass ich mich wohl abholen lassen werde, wenn es nicht besser wird. IMG_0815Doch 30 Minuten später war es still. Kein Gewitter mehr zu hören – perfekt. Weiter gehts. Ungemütlich kalt waren die ersten Meter, in der Bushaltestelle bin ich ordentlich ausgekühlt. (Warum hab ich eigentlich meine Weste in der Waschküche zurückgelassen?)  Der Rest des Heimweges ein Kinderspiel, reine Kopfsache. Dicker Gang fürs Tempo, auch wenn das die Beine mit niedriger Trittfrequenz nicht super finden. Alles lief super, ich wich souverän großen Pfützen und anderem Dreck aus, doch dann kam dieses Auto über den Radweg gefahren. Vollbremsung! Die ersten Meter passierte nichts, die Felgen waren nass. Ich sah das Gesicht der Fahrerin, die sich wohl bewusst war, dass sie „unvorsichtig“ aus ihrer Einfahrt gefahren ist. Dann setzte die Bremswirkung ein, keine Chance das Rad zum Stehen zu bringen. Also Bremse losgelassen, um nicht zu stürzen, und rauf auf den Grünstreifen. Haar scharf fuhr ich vor diesem verdammten Auto her. Ich hörte die alte Hupen. Dann fuhr sie an mir vorbei, fuchtelte mit den Armen und schimpfte. Mein verfehlen kann ich immer noch nicht feststellen. Radweg, bergauf mit 20km/h. Zu schnell war ich bestimmt nicht…

 

Zu Hause angekommen, reinigte ich zu erst mein Rad. D
as ist wohl der Nachteil, wenn man im Regen fährt, aber ich würde es immer wieder tun ;-

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