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USA 2016

Cleveland

Einer der wenigen Attraktionen in Cleveland: Der "Free"-Stamp - ganz passendes zur Reise
Einer der wenigen Attraktionen in Cleveland: Der „Free“-Stamp – ganz passendes zur Reise

Heute stand tatsächlich ein etwas unspektakulärer Ruhetag in Cleveland an. Bereits am Lagerfeuer hat mir Colleen, die aus Cleveland kommt, erzählt, dass es ein bisschen wie Pittsburgh ist: Nichts los in der Stadt.

Nebeliger Start in den Tag

Gestern Abend hatte ich ja bereits ein bisschen etwas von Ohio City gesehen, wo das Hostel steht. Selbst hier war da nicht mehr so viel los. Als ich heute morgen den Gang Richtung Downtown wagte, wusste ich also, dass ich nicht viel zu erwarten habe. Selbst die Skyline war vor lauter Nebel nicht zu sehen. Bereits gestern hatte ich Google nach ein paar Sights gefragt, auch Colleen empfahl mir noch ein paar Dinge wie das Museum of Arts. Doch der Morgen war kalt, grau und nebelig und machte nicht wirklich Lust, auf große Expedition zu gehen.

Zum Glück habe ich gestern Abend bereits die noch klare Aussicht über Cleveland genossen
Zum Glück habe ich gestern Abend bereits die noch klare Aussicht über Cleveland genossen

Im Schnelldurchlauf durch Downtown

Der Weg in die Downtown führte mich unspektakulär über eine viel befahrene Brücke. Fußgängern bin ich kaum begegnet. Direkt hinter der Brücke begrüßte mich ein Wegweiser mit Karte, auf der alle Sights abgesteckt waren. Das sah nach einem in 30 Minuten machbaren Plan aus. Also los, kurz den Public Square angesehen (eigentlich nur eine Baustelle), rüber zur The Mall (ein altes Haus) und einmal auf das Convention Center gestiegen. Von dort sollte man eigentlich den Eriesee sehen können, aber der Nebel erlaubte gerade mal einen Blick auf das Science Center und das Museum of Rock’n’Roll – das also auch schon einmal abgehakt. Letztendlich konnte ich mich noch über eine Baustelle zur Marina durchschlagen, von wo ich immerhin etwas vom Eriesee sehen konnte.

Das ist er also, der berüchtigte Eriesee
Das ist er also, der berüchtigte Eriesee

Mittagspause in der traurigsten Mall der Stadt

Obwohl ich wirklich schnell alles abgeklappert hatte, war mir in der kurzen Hose sehr kalt, ich wollte mich also unbedingt wärmen. Also auf ins „Einkaufszentrum“, das aus vier aktiven Bistros und zwei Läden bestand und sonst aufgrund der vielen Leerstände einen eher traurigen Eindruck erweckte. Dennoch ließ sich hier gut eine kurze Mittagspause einlegen. Richtig Lust hatte ich allerdings auch nicht mehr, mich durch die Kälte zum Museum durchzuschlagen oder gar Richtung des Hauses aus „A Christmas Story“ zu fahren – ich kenne den Film noch nicht einmal.

Blick von der Marina auf Downtown. Im Vordergrund: Links das Museum of Rock'n'Roll, rechts das Science Center der NASA (für das mir der Eintritt zu teuer war)
Blick von der Marina auf Downtown. Im Vordergrund: Links das Museum of Rock’n’Roll, rechts das Science Center der NASA (für das mir der Eintritt zu teuer war)

Nachmittag im Zeichen der Routenplanung

Daher ging es nach dem ernüchternden Ausflug in die Stadt wieder zurück Richtung Hostel. Den Nachmittag habe ich dann der Routenplanung der gesamten Strecke nach Chicago gewidmet – vor der ich mich ja immer etwas gefürchtet habe. Doch jetzt steht alles fest: Morgen geht es erst einmal nach Elmore, einer kleinen Stadt hinter Fremont. Dort habe ich wieder über Warmshowers einen Host gefunden, der auch bereits durch Deutschland getourt ist und mir jetzt sogar ein richtiges Bett für die Nacht anbietet. Es stehen also knapp 160 Kilometer an, die mit dem laut Wetterbericht angekündigten Rückenwind hoffentlich einfach zu bestreiten sein werden. Dennoch wird es mit nur zehn bis elf Grad recht kalt bleiben. Dazu habe ich ab Donnerstag Regen zu erwarten.

Nichts los in Downtown Cleveland
Nichts los in Downtown Cleveland

Vorfreude auf Chicago

Anschließend folgen knapp 430 Kilometer, die es meistens immer nur geradeaus in Richtung Westen geht – Willkommen im mittleren Westen. Dank Google Street View konnte ich mich aber immerhin schon einmal absichern, dass die Straßenqualitäten einigermaßen befahrbar sind. Es sieht so aus, als würde ich nur über wenig befahrene Backroads fahren – teilweise gab es auf Street View nur Bilder von 2007, teilweise gar keine Bilder. Ich muss also den Bildern von der letzten Kreuzung mit einer anderen Straße vertrauen. Überraschenderweise finden sich sogar hier „mitten im Nichts“ zwischendurch ein paar Bike Trails, die ich nutzen werde. Und das beste: Bereits kurz vor der südlichen Umfahrung von Gary begebe ich mich auf einen Bike Trail, der mich komplett bis Chicago führen wird, am Ende immer direkt am Lake Michigan. Ich hoffe also auf einen sicheren Weg Richtung Chicago und freue mich schon auf eine Stadt mit etwas mehr Trubel. Hier hoffe ich auch, etwas länger bleiben zu können. Immerhin habe ich aktuell etwa vier bis fünf Tage Vorsprung zu meiner Planung.

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