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21 Mal Hermann

Fast fünf lange Jahre galt er als unbezwingbar. Fünf Jahre lang zuckten alle bei dem Gedanken zusammen, sich auf so eine waghalsige Mission zu begeben. Fünf Jahre lang gab es keinen Vergleich. Bis gestern: Da galt es, den eigenen von Philipp aufgestellten Rekord zu brechen. Das heißt: Mindestens 20 Mal den Hermann hochklettern.

Ein eigener Versorgungswagen

Gegen 11 Uhr war es soweit. Nachdem Philipps Reifen noch einmal Luft getankt hatten, machten wir beide uns auf den Weg nach Heiligenkirchen. Das Wetter spielte perfekt mit und auch ansonsten waren wir bestens vorbereitet: Philipp hatte zuvor sogar noch sein Auto inklusive Wasser und Snacks auf dem Parkplatz am Hermann positioniert, damit wir eine Basisstation haben – so viel Luxus muss für so ein Vorhaben sein. Der Plan: Einmal vom Schling und ansonsten von Hiddesen aus den Anstieg zum Hermannsdenkmal hochklettern – das ganze wie beschrieben mindestens 20 Mal. 2011 hatte Philipp ja die Latte sehr hoch gelegt.

Während der ersten Hälfte sahen wir auch noch recht frisch aus
Während der ersten Hälfte sahen wir auch noch recht frisch aus

Aller Anfang ist einfach

Die erste Auffahrt war vor allem eins: Noch wunderbar herrlich. Wir genossen die bei blauem Himmel perfekten Aussichten auf die lippischen Hügel und Philipp merkte schnell, dass ihm mit Jacke doch etwas warm wurde. Also direkt beim ersten Anstieg an das Auto und etwas entkleidet. Dann hieß es auch schon: Ein Zwanzigstel geschafft. Dann ging es nach Hiddesen runter und von dort immer wieder hoch und runter. Bereits beim dritten Anstieg merkt man dann: Ok, das wird eine harte Nummer – vor allem, weil sich die Strecke immer wiederholt.

Wir kriegen Gesellschaft

Spaß und Abwechslung brachten vor allem andere Radfahrer am Hermann. An einem so sonnigen April-Samstag ist davon auszugehen, dass es einige andere Radsportler an den Anstieg zieht. So erhielten wir direkt beim zweiten Anstieg Gesellschaft. Und ab da verging eigentlich keine Auf- oder Abfahrt, an denen wir nicht andere Rennräder sahen. Einer fiel uns dann nach einigen Anstiegen besonders auf, weil er ebenfalls immer wieder den Hermann zu bezwingen schien – also kurz angehalten und direkt für die nächsten zwei Anstiege perfekte Begleitung gehabt. Die erste Hälfte und auch die nächsten Anstiege vergingen so eigentlich wie im Flug.

Glücklich und fertig: Nach 21 Mal den Rekord geknackt
Glücklich und fertig: Nach 21 Mal den Rekord geknackt

Wenn die Beine immer schwerer werden

Nach dem zehnten Anstieg gönnten wir uns eine Pause zum Nachfüllen der Flaschen und Auffüllen der Energiespeicher. Ich hatte beim achten Anstieg bereits kurz einen kleinen Hänger gehabt, an dem ich dachte, grau zu werden – das hatte sich dann aber spätestens mit der Pause wieder gelegt. Dennoch wurden die Anstiege nicht einfacher. Das letzte Drittel wurde dann doch irgendwie zur leichten Quälerei. Die Oberschenkel schmerzten, der Hintern tat langsam weh. Unsere Garmins zeigten über 100 Kilometer und über 3.000 Höhenmeter an – aber so kurz vor dem Ziel wollten wir dann doch nicht aufgeben.

Rekord geknackt

Um den Rekord wirklich zu knacken, mussten wir natürlich mehr als nur 20 Mal hochfahren – also noch eine letzte Ehrenrunde. Am Ende waren wir beide einfach nur noch froh und erleichtert, als wir oben am Fuße des Hermannsdenkmals standen. Anschließend gab es noch frisch gegrillte Würstchen und Fleisch – die hatten wir uns mehr als verdient. Und ich fühle mich nun auch etwas bergtrainierter für die Etappen durch die Rockies.

Die Tour auf Strava von mir und von Philipp

2 Antworten auf „21 Mal Hermann“

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